Quantenphysik

 

 


Quantenphysik - die Mutter aller Zeitreisen?
- Dipl.-Physiker Walter Gith

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Wer sich mit unserem MILLENNIUM-EXPERIMENT beschäftigt hat oder sogar schon Temponaut geworden ist weiß, dass es nicht "unser Job" sein kann, ein Zeitreiseverfahren oder gar eine "Zeitmaschine" zu erfinden. Dazu haben wir weder die Mittel noch die nötigen Erkenntnisse. Deshalb ordern wir ja das Verfahren aus der Zukunft, sofern es dort jemals Realität sein wird.

Nach dem heutigen Wissensstand ist es eher wahrscheinlich, dass es quantenphysikalische Elemente sind, die zu einer so weit reichenden Erfindung wie einem Zeitreiseverfahren führen werden als andere Fachgebiete. Deshalb versucht unser Experiment auch eine sog. Zeitschleife zu kreieren, die Voraussetzung zu einem Gelingen ist.

Zum besseren Verständnis: Die Quantenphysik ist das Gebiet der Physik, das sich mit dem Verhalten und der Wechselwirkung kleinster Teilchen befasst. In der Größenordnung von Molekülen und darunter liefern experimentelle Messungen Ergebnisse, die der klassischen Mechanik  widersprechen. Insbesondere sind bestimmte Phänomene  quantisiert, das heißt sie laufen nicht kontinuierlich ab, sondern treten nur in bestimmten Portionen auf – den sogenannten Quanten.
Sehr anschaulich erklärt ist die Quantenphysik auf diesem Link, den wir Ihnen wärmstens empfehlen können > http://home.vrweb.de/~gandalf/Uni/uni.htm

Entsprechend diesen Erkenntnissen taucht zwangsläufig die Frage auf, ob wir "als eine Projektion einer höherdimensionalen Wirklichkeit" überhaupt empfangsbereit sind, die Zukunft  -in welcher Erscheinungsform auch immer-  zu erkennen.

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Das Gute an unserem Experiment ist, dass wir zeitlich unbegrenzt sind. Unsere Botschaft in die Zukunft kann einhundert Jahre weit reichen oder aber auch tausende von Jahren, abhängig davon wieviele Temponauten wir rekrutieren können. Manch ein Temponaut mag ja seine Einladung sogar vergraben und einfach hoffen, dass sie irgendwann in ferner Zukunft ausgegraben wird. Wenn darüber hinaus noch das Internet als globaler Informationsspeicher weiter bestehen bleibt und die Suchfunktionen immer noch besser werden, haben wir gute Chancen, dass unsere Einladung lange überdauern kann. Warum ist das von Bedeutung?

Die Quantenphysik hat vor mehr als 60 Jahren eine Tür in einen Bereich geöffnet, der auch heute noch kaum verstanden ist. Es gibt genügend Versuche (siehe auch unser Link im ersten Artikel) das Unverständliche und geradezu Ungeheure verständlich zu machen. Einstein machte dazu die Bemerkung: "Wer behauptet die Quantenphysik verstanden zu haben, hat sich nicht intensiv mit ihr beschäftigt!". Wir wollen mit diesen Hinweisen nicht entmutigen, im Gegenteil, wir wollen anregen die Quantenphysik nicht abgehobenen Mathematikern zu überlassen, sondern wir wollen dass die wundersame Welt der Quanten zum allgemeinen Gedankengut wird. Dies könnte dann auch mit grösserer Wahrscheinlichkeit zu einem Zeitreiseverfahren führen. Denn wir Menschen machen die Zukunft.

Obwohl viele Analogien bereits existieren, die versuchen die Quantenphysik verständlich zu machen (wie auch unser Link im ersten Artikel), möchte ich die einfachste aller Analogien nochmal anführen. Die Analogie geht zurück auf die Anfänge der Entwicklung zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, als Einstein gerade seine spezielle und allgemeine Relativitätstheorie vorgestellt hatte. Um diesen ersten Schritt in Richtung Quantenphysik zu verdeutlichen möchte ich die Analogie der eindimensionalen Wesen, die in einer Linienwelt leben, verwenden. Stellen wir uns vor, diese Linie bildet einen Längengrad auf einer Kugeloberfläche. Die Zeit soll senkrecht dazu entlang der Breitengrade verlaufen. Die Linienwesen bewegen sich in ihrer „Raum-Zeit“ demnach auf einer Kugeloberfläche. Einsteins grosse Leistung wäre es gewesen, für die eindimensionalen Linienwesen die Zeit als zweite Dimension einzuführen. Er würde dann feststellen, dass eine Bewegung entlang der Raumlinie auf dieser Kugel zu einer neuen Zeitlinie führt. 

Also jeder Ort auf der „Raumlinie“ der Linienwesen ist einem anderen Breitengrad zugeordnet. Damit war die Zeit nun nicht mehr absolut, sondern vom „Raum“ abhängig und umgekehrt. Diese Sicht, erweitert auf unseren 3-D-Raum, führte dann tatsächlich zur weltberühmten speziellen Relativitätstheorie. 

Schon der Versuch obige Analogie um nur eine Dimension zu erweitern, sprengt die Vorstellung einer Kugel. Wir müssten uns eine Kugel im vierdimensionalen Raum vorstellen auf der zweidimensionale Wesen leben. Um die Situation in unserer Welt anschaulich zu machen müssten wir sogar eine Kugel in einem fünfdimensionalen Raum verwenden. Genau das ist es auch, was die Physiker nach Einstein versucht haben. Sie haben höherdimensionale Modelle entwickelt, die dann die Vorgänge in unserer Wirklichkeit erklären konnten. In der Fortsetzung gehen wir etwas näher auf diese Modelle ein.

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Nach den grossen Entdeckungen der Physik am Anfang des vorigen Jahrhunderts war es Einstein, der mit seiner speziellen Relativitätstheorie die erste durchschlagende Theorie zur Erklärung der erforschten Phänomene lieferte. Sein vierdimensionales Weltbild führte zu allerlei aufregenden Konsequenzen. Es wurde nun über die „Raumzeit“ gesprochen. Die Raumzeit eröffnete erstmals die physikalischen Möglichkeiten von Zeitreisen und führte zu dem bekannten „Zwillingsparadoxon“ und dem „Grossvaterparadoxon“.

Diese Diskussionen wurden aber, wie bereits erwähnt, vor mehr als 60 Jahren geführt. Wie weit sind wir denn nun gekommen heute im Jahre 2010?

Die weitere Erforschung der eigenartigen Wechselwirkungen der atomaren und sub-atomaren Teilchen führte zu wilden Ausweitungen der Modelle. Neben der klassischen quantenmechanischen Theorie, die auch als Kopenhagener Deutung der Quantenphysik bekannt ist, haben zwei weitere Modelle von sich Reden gemacht, die Stringtheorie und die Parallelwelten Theorie. Dabei ist die Stringtheorie die unter Fachleuten am meisten diskutierte Variante. Hier wird erstmals versucht, durch die Einführung weiterer Dimensionen (26-dimensionaler Raum), sowohl die kosmologischen als auch die atomaren Erkenntnisse in einer Theorie zusammenzufassen. Dennoch wird die Stringtheorie oft kritisiert, weil sie nicht das einfachste Erklärungsmodell ist, sondern mathematisch sehr komplex ist.

Die Parallelwelten Theorie hingegen ist in Fachkreisen weniger beachtet, da dort Annahmen gemacht werden, die für die meisten Physiker schlicht als „unnötig“ eingestuft werden. Mehrere Publikationen des Physikers David Deutsch haben diese Theorie dennoch sehr populär gemacht. Es gibt noch einen weiteren Grund für die popularität paralleler Universen: Viele Science-Fiction Autoren haben die Lösung der oben erwähnten Paradoxien durch die Einführung eines parallelen Universums gefunden. Das parallele Universum entsteht durch den Eingriff in die Vergangenheit, der dann zu einer neuen Zeitlinie/Realität führt. Es muss erwähnt werden, dass diese Parallelwelten prinzipiell nicht identisch sind mit den von Deutsch und anderen postulierten Universen. Es gibt sogar noch eine dritte Variante der Paralleluniversen. Diese entstehen im Kern schwarzer Löscher.

Wie wir sehen, wird die Popularität der Paralleluniversen aus verschiedenen Quellen gespeist. Was das nun alles mit unserem Experiment zu tun hat, versuchen wir in den nächsten Folgen zu verdeutlichen.

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Fassen wir die Erkenntnisse noch einmal zusammen. Die Wirklichkeit, wie sie den Physikern entgegen tritt, besteht aus Raum, Zeit und Energie/Materie. Dieser Raum-Zeit-Energie Matrix ist hochdimensional und hat offenbar in mehrfacher Hinsicht das Potential, parallel zu existieren. Wenn wir uns mit den Erkenntnissen der modernen Physik beschäftigen, sollten wir keinesfalls vergessen, dass wir Menschen aus derselben vieldimensionalen Raum-Zeit-Energie gemacht sind, wie die uns umgebende Realität. Dies ist der Grund für den folgenden Exkurs in die Erkenntnistheorie.

Wenn der Mensch etwas Neues erkennt, so wird dieser Vorgang zunächst als persönliche Erfahrung abgespeichert. Nehmen wir als Beispiel eine Mango. Am einfachsten ist das zu verstehen, wenn wir uns vorstellen, dass wir noch nie eine Mango gesehen oder gegessen haben. Einer der ersten Vorgänge die folgen, ist der Versuch, das Gesehene und Geschmeckte mit Bekanntem zu vergleichen. Dann folgen Verunsicherung, Neugier und eventuell Begeisterung. So weit ist der komplette Vorgang 100% subjektiv, d.h. er kann noch keiner allgemein anerkannten Realität zugeordnet werden. Erst wenn wir versuchen, unser Erlebnis mit anderen Menschen zu teilen, wird unter bestimmten Umständen eine gemeinsame Realität entstehen. Hier ist der entscheidende Punkt, wir müssen beide Fälle betrachten, 1. es entsteht eine gemeinsame Realität oder 2. es bleibt eine subjektive Erfahrung. Die gemeinsame Realität entsteht wenn wir einem Menschen begegnen, der auch schon eine Mango gegessen hat. Wir brauchen nur den Namen ‚Mango’ zu erwähnen und ein Verständnis des Vorgangs ist entstanden. Treffen wir aber jemanden, der noch nie eine Mango gesehen hat, so wird der Begriff ‚Mango’ zu keinem gemeinsamen Verständnis führen.

Wichtig ist nun die Feststellung, dass die Wissenschaften sich ausschließlich mit dem 1. Fall beschäftigen. Realität wird nur anerkannt, wenn sie mit anderen austauschbar ist. Die Wissenschaften haben einen strengen Kriterienkatalog entwickelt, wie diese ‘Austauschbarkeit’ definiert ist. Genügt die Realität nicht diesen Austauschbarkeits-Bedingungen, so wird sie nicht als solche anerkannt.

In der nächsten Folge wollen wir uns damit beschäftigen, in wie weit das heute vorherrschende Weltbild durch die wissenschaftliche Sichtweise geprägt ist.

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Die westliche Weltsicht ist stark durch das wissenschaftliche Weltbild geprägt. Wir tendieren dahin, Realität ausschliesslich dann anzuerkennen, wenn sie außerhalb von uns liegt und von anderen bestätigt wird. Unsere westliche Zivilisation befindet sich in einer Phase in der der Fortschritt primär in den Dingen gesehen wird, die ausserhalb von uns Menschen liegen, also in Gegenständen die sich ständig verbessern und weiterentwickeln. Wie wir wissen, gibt es aber auch einen Fortschritt bei den Menschen. Wir lernen, Kinder lernen sogar schneller, und wir alle entwickeln uns ständig weiter.

Ohne dass wir uns dessen bewußt sind, folgen wir bei unseren täglichen Entscheidungen einer inneren Realität, die nicht allgemein anerkannt ist. Ein typisches Beispiel ist die intuitive Entscheidung. Hier greifen wir tief in die innere Realität und können daher oft diese Entscheidung nicht begründen. Diese Tatsache kann nicht genug betont werden, aber kommen wir nun zurück auf die Quantenphysik. Wenn wir uns klar machen, dass wir Menschen ja auch aus der quantenmechanischen Raum-Zeit Energie bestehen, können wir erahnen, welche ungeheuer große Rolle die innere Realität spielt. Die Fähigkeiten, die wir schon haben und auch schon nutzen, sind von uns selber noch nicht erkannt worden. Und weil es den subjektiven Bereich betrifft, hat auch die westliche Gesellschaft diese Fähigkeiten nicht ausdrücklich anerkannt.

Die Frage ist nun, sind wir denn eigentlich im Jahre 2012 schon weit genug entwickelt, der Zukunft zu begegnen? Haben wir das in uns Menschen liegende Entwicklungspotential schon voll erkannt?  Die zweite Frage können wir mit Gewissheit mit ‘nein’ beantworten. Schon Einstein hatte bemerkt, dass wir nur einen winzigen Teil unserer mentalen Fähigkeiten wirklich nutzen. Wie sieht es aber mit den uns nicht bewussten Fähigkeiten aus? Ist es nicht vielmehr so, dass sich die Raum-Zeit-Energie, in die wir voll und ganz integriert sind, auch ohne unser Wissen mit allen Eigenschaften voll entfaltet?

Wenn ich meinen persönlichen Erfahrungen folge, kann ich die letzte Frage eindeutig mit ‚ja’ beantworten. Das mag daran liegen, dass mir als Physiker die hochdimensionale Struktur der quantenmechanischen Prozesse mehr bewußt ist als anderen. Oder auch daran, dass ich mich schon seit vielen Jahren intensiv der subjektiven Erfahrung zugewendet habe. Wie auch immer, hier stoßen wir sicherlich an die Grenzen zwischen subjektiver und allgemein anerkannter Realität. Jeder Leser kann sich jetzt selber klar machen, welchen Bewußtseinsstand er hat und ob er bereit ist, der Zukunft zu begegnen oder nicht.

In einer der nächsten Folgen werde ich aufzeigen, dass Zeitreisen nicht nur möglich sind, sondern bereits durchgeführt werden.


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Wir gehen zurück zu den neusten Erkenntnissen der modernen Physik. Um die Ergebnisse anschaulich zu machen, gehe ich auf das Modell von David Deutsch ein. Das Multiversumsmodell von Deutsch ist leichter zu verstehen als die String-Theorie oder die trockene Mathemtik der Quantenmechanik. Bemerkenswert ist, dass obwohl das Deutsch-Modell leicht verstehbar ist, ist es doch nicht leicht daran zu glauben, dass die Realität tatsächlich so ist, wie Deutsch sie sieht. Ich möchte betonen, dass dieses Modell physikalisch vollkommen korrekt ist. Es wird lediglich von den Fachleuten aus verschiedenen Gründen nicht bevorzugt verwendet und bedarf aus meiner Sicht noch einer wichtigen Erweiterung.

Wie können wir uns parallele Universen vorstellen? Ich werde versuchen, das Deutsch-Modell am Beispiel der Schroedinger Katze zu erklären. Um das eigenartige Verhalten von Quanten (subatomare Teilchen) anschaulich zu machen und in unsere makroskopische Welt zu übertragen, hat der berühmte Quantenphysiker Erwin Schrödinger folgendes Experiment vorgeschlagen: Eine Katze wird in eine geschlossene Box gesteckt zusammen mit einer Substanz, die einen für die Katze tödlichen quantenmechanischen Vorgang auslösen kann. Die Substanz kann so erwählt werden, dass nach 10 Minuten mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% der tödliche Vorgang ausgelöst würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Katze nach 10 Minuten wieder lebendig aus dem Kasten kommt ist also 50%. Soweit scheint alles gut verständlich. Nun mussten die Physiker aber feststellen, dass keines der gefundenen quantenmechanischen Gesetze eine Aussage über das Wohlergehen der Katze während der 10 Minuten zulässt. Quantenmechanisch gesehen ist die Katze in einem Zustand zwischen Leben und Tod. Als Forscher ist man fast geneigt, sich selber in den Kasten zu setzen, um festzustellen wie dieser Zwischenzustand aussieht. Ich habe aber noch von keinem Fall gehört, der davon berichtet. Dies ist eine interessante Feststellung auf die ich später noch zurück kommen werde.

Dieses Ergebnis war für viele Forscher unbefriedigend und unglaubhaft (z.B. Einstein). Viele Forscher wollten eine Theorie, die es ermöglicht, den Zustand der Katze zu jedem Zeitpunkt zu bestimmen. Auch würde man gerne erklären können, warum die Katze in einem Fall tot ist und im anderen Fall wieder lebendig heraus kommt. Diese prinzipielle Unerklärbarkeit war David Deutschs Motiv, sich der Vielweltentheorie von Hugh Everett (1956) anzuschliessen. Von der Vielweltentheorie wird das Katzenexperiment nun wie folgt erklärt:

In dem Moment, wo der quantenmechanische Vorgang den Tod der Katze auslöst, verdoppelt sich das gesamte Universum. Die beiden Universen sind vollkommen identisch, bis auf das Ergebnis des quantenmechanischen Vorgangs. In einem Universum hat der tödliche Vorgang stattgefunden und in dem anderen nicht. D.h. es existieren nun zwei Universen, in einem lebt die Katze, in dem anderen ist sie tot. Da nun solche Quantenvorgänge ständig stattfinden (wenn auch oft mit weniger dramatischer Konsequenz), entstehen in jeder Sekunde unzählbar viele Universen. Hier wird sicherlich für die Erklärbarkeit des Vorganges ein hoher Preis bezahlt. Es gibt aber noch eine andere problematische Konsequenz aus der Vielweltentheorie. Deutsch geht davon aus, dass alle Welten gleichberechtigt nebeneinander existieren. Also wenn wir den Kasten öffnen und die Katze ist lebendig, leben wir zwar in dem Universum mit der lebendigen Katze, aber der Beobachter in dem Universum mit der toten Katze existiert genau wie wir. In der nächsten Folge möchte ich erklären, warum dieser Standpunkt oder diese Konsequenz aus erkenntnistheoretischer Sicht nicht haltbar ist.

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Das Multiversum von David Deutsch enthält beliebig viele Universen, die alle parallel existieren. Für den Teilnehmer/Beobachter eines Universums gibt es aber immer nur das eine, nämlich das, welches er gerade wahrnimmt bzw. in dem er die Messung seines Experimentes durchführt.

D.h. das Multiversum existiert als ganzes nur, wenn wir einen hypothetischen Beobachter annehmen, der ausserhalb aller parallelen Welten existiert. Für diesen Beobachter sind dann alle Universen gleichberechtigt existent. Oder? Müssten wir nicht vielmehr sagen, dass für diesen Beobachter, da er in keinem Universum Teilnehmer ist, keines der Universen existiert?    

Für meinen persönlichen Geschmack ist hier der Gipfel der Theoriebildung erreicht. Denn hier steht nun ein nicht existierender hypothetischer Beobachter unendlich vielen nicht existierenden Universen gegenüber. Ich glaube nicht, dass uns diese Sicht irgendwie weiterbringen kann. Das ist die größte Schwäche im David Deutsch Modell.

Solange wir Experimente durchführen, in denen Untersuchungsobjekte dem Beobachter/Experimentator unabhängig gegenüber stehen, ist die Position von Deutsch haltbar. Aber gerade die Quantenphysik zwingt uns, den Beobachter in das Experiment einzubeziehen. Dies ist eine der grossen Errungenschaften der Quantenphysik, dass wir den Beobachter in das Modell einbeziehen müssen. Für den gesunden Menschenverstand ist das eigentlich selbstverständlich, denn wenn wir „die Realität“ beschreiben wollen, müssen wir den Experimantator natürlich einbeziehen, anderenfalls würden wir nicht die komplette Realität beschreiben.

Dies lässt sich etwas dramatischer auch so formulieren: Wenn David Deutsch 100%ig von seinem Modell überzeugt ist, sollte er sich ohne zu zögern in den Schrödinger Kasten setzen können. Denn er würde ja  mit 100%iger Wahrscheinlichkeit in einem von zwei Universen weiterleben. Da beide Universen in jeder Hinsicht gleichberechtigt sind (Annahme von Deutsch) sollte es ihm eigentlich egal sein, in welchem er weiter existiert.

Da Deutsch sich vermutlich nicht in den Kasten setzen wird, und ich auch noch von keinem Fall gehört habe, in dem das passiert ist, glaube ich, dass die Annahme vollkommen gleichberechtigter Universen nicht haltbar ist.

Man kann das Deutsch Modell dennoch aufrecht erhalten, wenn man ein Universum als das Reale definiert und alle anderen als potentielle Universen einstuft. Wie das aussehen kann, wollen wir in der nächsten Folge untersuchen.


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Bisher haben wir über Tatsachen gesprochen, über handfeste Ergebnisse jahrzehntelanger Forschungsarbeiten von Tausenden von Wissenschaftlern. Wir wollen, um weiter zu kommen, nun erstmals den Boden der Tatsachen verlassen und einige neue Thesen aufstellen, die erst noch einer Überprüfung standhalten müssen.

Unser Bewußtsein hat die Eigenschaft, gemeinsam mit allen anderen Bewußtseinsträgern in unserer Welt, eine Realität als die gemeinsame auswählen zu können, die dann unser existierendes Universum bildet. Dieses Universum wäre dann mit dem einen realen Univesum des Multiversums identisch.

Erinnern wir uns an Folge (4) in der von der subjektiven Erfahrung die Rede war. Diese subjektive Erfahrung mußte erst durch Kommunikation zu einer gemeinsamen Erfahrung werden, damit die Wissenschaft dieser Erfahrung eine Realität zuschreiben kann. Diesen Einigungsvorgang, der zu einer gemeinsamen Realität führt, scheint unser Bewußtsein in großem Stil ständig zu vollziehen. Es selektiert aus den unzählig vielen potentiellen Universen, also aus dem Multiversum, das eine reale Universum aus. Diese Selektion geschieht in jedem Moment. In jedem Moment wird ein einziges Universum als „das Reale“ ausgezeichnet und bildet so unsere gemeinsame Realität.

Diese Annahme lässt unsere subjektive Erfahrung in einem ganz neuen Licht erscheinen. Die subjektive Erfahrung verläßt den Bereich des Unglaubwürdigen und Unmaßgeblichen und wird zur treibenden Kraft beim Einigungsprozess, der zu dem einen uns bekannten Universum führt. Das eine reale Universum konstituiert sich nicht einfach aus der Summe der subjektiven Einzelerfahrungen, sondern aus der kreativen Vereinigung aller individuellen Bewußtseine. Denn für das individuelle Bewußtsein ist die subjektive Erfahrung die einzige Quelle von Erfahrung überhaupt.

Das Bewußtsein scheint über einen gigantischen Kommunikations- und Abstimmungsmechanismus zu verfügen, der in jedem Moment unsere Realität festlegt. Ich sage hier bewußt „ ... Realität festlegt“ anstatt „... Realität bildet“. Denn gemäß dem Multiversum Modell existieren alle Universen potentiell schon bevor sie vom Bewußtsein als real ausgewählt werden.

Die Quantenphysik hat uns gelehrt, dass es eine unendlich schnelle Wechselwirkung auf der Quantenebene gibt. Wir unterstellen, dass das Bewußtsein sich dieser Wechselwirkungen bedient und gehen daher davon aus, dass es für das Bewußtsein keine Zeit gibt. Das Bewußtsein kommuniziert im zeitlosen Zustand mit allen vergangenen und zukünftigen Universen, um dann jeweils in einem gigantischen „Einigungsprozess“ ein Universum als real im Hier-und-Jetzt festzulegen.

In der nächsten Folge wollen wir näher betrachten, wie die Wirkmechanismen in unserem neuen Modell aussehen könnten und welche Folgen aus unseren Überlegungen gezogen werden können.


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Fassen wir noch einmal zusammen. Das Bewusstsein scheint über einen gigantischen Kommunikations- und Abstimmungsmechanismus zu verfügen, der in jedem Moment unsere Realität festlegt. C.G. Jung hat während seiner Forschungsarbeiten über das Bewusstsein ein „kollektives Unbewusstes“ gefunden. Dieses kann in unserem Modell als die gemeinsame potentielle Realität bezeichnet werden. Jung hat offenbar diese gemeinsame potentielle Realität in seinen Forschungen bereits erkannt.

Das Bewusstsein (Wachbewusstsein) führt auf der Eben der täglichen Kommunikation mit unseren Mitmenschen und natürlich auf der Ebene der Wissenschaften ebenfalls einen Einigungsprozess durch, der zu einem gemeinsamen Verständnis der Realität führt. Dadurch wird analog zum uns unbewussten Einigungsprozess ebenfalls neue Realität erzeugt. Heute führen die Menschen diesen realitätserzeugenden Einigungsprozess noch sehr langsam durch.

Ich gehe davon aus, dass für das Wachbebußtsein und das Unterbewusstsein die gleichen Prinzipien wirksam sind. Und je mehr wir uns den unbewussten Teil unseres Bewusstseins bewusst machen, je mehr können wir die machtvollen Realitätserzeugungsmechanismen des Bewusstseins nutzen und die Realitätserzeugung beschleunigen.

Gehen wir zurück zu den gesicherten Erkenntnissen der Physik. Wir kennen bereits Wirkmechanismen, die schneller als Lichtgeschwindigkeit funktionieren. Sie treten dann auf, wenn zwei oder mehr Quantenteilchen miteinander verschränkt sind. Die Quanten sind räumlich weit voneinander getrennt. Wird nun an einem Ort eine Eigenschaft des Quants gemessen, so legt diese Messung die Eigenschaft des zweiten Quants fest und zwar unmittelbar und ohne Verzögerung. Wie dies funktioniert, wird in der modernen Physik nicht erklärt. Man begnügt sich mit der Beschreibung der Tatsache.

Gehen wir nun einfach mal davon aus, dass sich zwei verschränkte Quanten in unserem „hier und jetzt“ Gehirn befinden. Dann wird dieses Quantenpaar sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in meinem zukünftigen Gehirn befinden. In der Zukunft könnte dann eines der Quanten  in eine Reaktion verwickelt werden. Diese Verwicklung kann dann zu einer Zustandsänderung in meinem  „hier und jetzt“ Gehirn führen. Lesen sie mehr von den Forschern die an diesem Thema bereits arbeiten: http://www.quantumconsciousness.org/

Warum kann eine Zustandsänderung in der Zukunft einen Zustand in der Gegenwart beeinflussen? Nach Einsteins Relativitätstheorie kann eine Wirkung, die sich mit unendlicher Geschwindigkeit durch die Raum-Zeit bewegt, mit der Zukunft wechselwirken. Dies aber bedeutet, dass die Zukunft bereits existiert. Ja, so ist es. Es existieren unendlich viele potentielle Gegenwarten, die wir mit Zukunft bezeichnen. Von diesen vielen Zukünften wird jeweils eine als die „Hier und Jetzt“-Gegenwart ausgewählt. Unser Bewusstsein vollzieht, wie oben bereits erwähnt, den  „Einigungsprozess“ der die uns bekannte Realität hervor bringt.

Wenn wir die Idee haben einen Kinobesuch zu unternehmen, existiert dieser Kinobesuch auch bereits in unserer Vorstellungskraft, ohne dass er bereits real wäre. Der Besuch selber wird ja erst später realisiert. So wie der Kinobesuch bereits in unserer Vorstellungskraft existiert, existieren auch die uns nicht bewussten Zukünfte, in einer riesigen überpersönlilchen Vorstellungskraft.

Wie wir sehen, liefert uns die Quantenphysik die Grundlagen dafür, dass unser Gehirn prinzipiell mit der Zukunft in Verbindung stehen kann!

Es wäre also gut möglich, dass unser Gehirn die Zeitmaschine ist, nach der wir suchen. Wie bereits in den ersten Folgen gesagt, kommt es darauf an, ob wir mental bereit sind, uns die Zukunft bewusst zu machen.  Die Bewusstmachung würde die Gegenwart beeinflussen. Die geänderte Gegenwart würde wieder zu einer geänderten Zukunft führen und so weiter. Dieser extrem dynamische Prozess müsste bestimmten kosmischen Gesetzen unterworfen sein. Diese Gesetze sind aber vollkommen unerforscht und weitgehend unbekannt. Dies ist einer der wesentlichen Gründe für die Schwierigkeiten, die Zukunft unserem individuellen Bewusstseinszustand zugänglich zu machen.

In der nächsten Folge werde ich versuchen den dynamischen Einigungsprozess, den das Bewusstsein ständig durchführt, mit Hilfe eines Gedankenexperiments zu illustrieren.  


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Hier nun das angekündigte Gedankenexperiment. Stellen wir uns vor, wir würden unser Jetzt-Gehirn so trainieren, dass es uns die Wechselwirkungen mit unserem zukünftigen Gehirn bewusst machen kann. Wir wären dann in der Lage, durch unser Zukunfts-Gehirn die Zukunft zu „sehen“. Dieses „sehen“ würde aber wieder die Gegenwart beeinflussen und diese dann logischerweise die Zukunft unseres Gehirns. Nehmen wir ein konkretes Beispiel:

Wir „sehen“ uns in einer möglichen Zukunft als Lotterie Gewinner. Diese Einsicht führt in der Gegenwart dazu, dass wir uns vorstellen was wir alles mit dem Geld anfangen werden. Diese Absichten wiederum führen zu einer anderen Zukunft als die die wir gesehen haben. Umgekehrt, wenn wir die Lottozahlen aus einer Zukunft anschauen, kann die Absicht diese Zahlen zu verwenden ebenfalls zu einer anderen Zukunft führen, in der andere Zahlen gezogen werden.

Wie wir sehen, ist der „Einigungsprozess“ auf die „richtige“ Zukunft sehr komplex. Wir müssen offensichtlich unsere Absichten bzw. Wünsche berücksichtigen. Aber eben nicht nur die Wünsche die uns bewusst sind, sondern auch die Absichten/Wünsche die uns nicht bewusst sind. Denn die unbewussten Absichten bestimmen ja sehr wohl den Einigungsprozess der zur tatsächlich eintretenden Zukunft führt. Wir können daher schliessen, dass die vollständige Enthüllung unserer Absichten und Wünsche uns die Zukunft präsentieren würde. Aber wie wirken die Absichten und Wünsche unserer Mitmenschen hier ein? Diese würden ja auch irgendwie unsere Zukunft beeinflussen. Offensichtlich ist das bereits in Folge (8) erwähnte Unterbewusstsein eine Art überpersönliches Bewusstsein, das unabhängig von uns Individuen wirkt. Es gibt übrigens in der Literatur Menschen, von denen behauptet wird, dass sie die Fähigkeit haben sich mit dem überpersönlichen Bewusstsein in Verbindung setzen zu können und dadurch tatsächlich die Zukunft vorhersagen können. Nostradamus war wohl der bekannteste Fall.

Ich behaupte daher, dass wir „Zeitreisen“ aus allen möglichen Zukünften in die Gegenwart in jedem Moment bereits durchführen aber auf unbewusster und überpersönlicher Ebene. Aufgrund der Beschaffenheit des Bewusstseins ist es aber wahrscheinlich, dass das Bewusstsein sich aus dieser Unbewusstheit befreien wird und der Mensch, wahrscheinlich als Kollektiv, daher früher oder später mit der Zukunft in Kontakt treten wird.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen mitwirkenden Temponauten bedanken. Der Beitrag, den jeder einzelne Temponaut im vorliegenden 1212-Experiment leistet ist von größter historischer Bedeutung. Der Mensch hat die Fähigkeit als Bewusstseinsträger die Kommunikation mit der Vergangenheit als auch mit der Zukunft weiter voranzutreiben und dadurch das persönliche Bewusstsein weit in den Bereich des heute noch unbekannten/unterbewussten zu erweitern.  Diese Entwicklung wird die Realitätserzeugung derart beschleunigen, dass die Menschheit als Ganzes eine völlig neue Entwicklungsebene erreichen wird. Ich möchte insbesondere auch Bernd Siebler als dem „geistigen Vater“ des Experiment’s danken. Sein genialer Gedanke hat uns alle in Bewegung gesetzt.

Wenn wir am 12.12.12 zusammenkommen wird ein weitere Meilenstein in der kosmischen Entwicklung des Bewusstseins genommen. Das Bewusstsein erkennt sich selbst. Vergessen Sie daher nicht, rechtzeitig einen Platz für dieses Millennium-Ereignis zu reservieren.